Für Einsteiger und Fortgeschrittene

Fachbegriffe aus dem Bogensport

Feldbogen

Feldbogenschießen ist eine Disziplin im Bogensport, bei der auf Zielscheiben in unterschiedlichen Entfernungen im Gelände geschossen wird. Die Parcours führen meist durch Wald oder hügeliges Terrain. Die Distanzen können bekannt oder unbekannt sein und variieren je nach Regelwerk. Typisch für Feldbogen sind Kombination aus Technik und Entfernungseinschätzung, Naturparcours, Wechselnde Entfernungen und Bergauf- und Bergabschüsse.

Feldspitze

Die Feldspitze ist eine Pfeilspitze, die hauptsächlich für Training und Scheibenschießen verwendet wird. Sie hat meist eine konische oder leicht gerundete Form und besteht in der Regel aus Stahl. Feldspitzen sind so konstruiert, dass sie gut in Zielscheiben eindringen, ohne diese unnötig zu beschädigen. Eigenschaften:

  • Robust und langlebig
  • Gleichmäßige Gewichte (z. B. 80, 100, 125 grain)
  • Häufig als Schraubspitze (mit Insert)

Abgrenzung:

Im Gegensatz zu Jagdspitzen (Broadheads) haben Feldspitzen keine scharfen Klingen.

Fiberglas

Fiberglas (Glasfaser) ist ein Verbundmaterial aus feinen Glasfasern, das im Bogensport vor allem in Wurfarmen verwendet wird. Es wird meist in Kombination mit Holz oder anderen Materialien verarbeitet und sorgt für Stabilität und Elastizität.

Eigenschaften:

  • Hohe Belastbarkeit
  • Gute Rückstellkraft
  • Robust und langlebig
  • Relativ kostengünstig

Viele traditionelle Recurve- und Langbögen besitzen eine Glasbelegung auf dem Wurfarm, um Leistung und Haltbarkeit zu verbessern.

Fingerschutz

Ein Fingerschutz schützt die Zugfinger vor Druck und Reibung der Bogensehne. Er sorgt für Schutz vor Schmerzen und Verletzungen, gleichmäßigen Kontakt zur Sehne und saubere und reproduzierbare Ablassbewegung. Varianten sind der Daumenring (bei Daumentechnik), Tab (Fingerleder) oder der Schießhandschuh.

FITA

FITA steht für Fédération Internationale de Tir à l’Arc und war der frühere Name des heutigen Weltverbandes World Archery. Der Verband wurde 1931 gegründet und organisiert Weltmeisterschaften, Internationale Wettkämpfe und das olympische Bogenschießen. 2011 wurde FITA offiziell in World Archery umbenannt.

FITA Runde

Mit der FITA-Runde ist eine klassische Wettkampfdistanz im Scheibenschießen gemeint, die nach dem früheren Weltverband World Archery (ehemals FITA) benannt wurde. Traditionelle FITA-Runde (Freiluft, Recurve Herren) beinhalten die Distanzen 90 m, 70 m, 50 m und 30 m mit jeweils 36 Pfeilen pro Distanz → insgesamt 144 Pfeile. Für Damen galten früher leicht angepasste Distanzen.

Heute wird die klassische FITA-Runde meist als WA-Runde bezeichnet, da der Verband in „World Archery“ umbenannt wurde.

Flämisch Spleiß

Der flämische Spleiß ist eine traditionelle Bauart von Bogensehnen. Dabei werden die Sehnenstränge an den Enden ineinander verflochten, um die Schlaufen (Öhrchen) zu bilden – statt sie zu wickeln wie bei der Endlossehne. Merkmale sind geflochtene Schlaufen, klassische, handwerkliche Optik, häufig bei traditionellen Bögen und etwas elastischer als Endlossehnen. Daraus ergeben sich Vorteile wie zum Beispiel: Einfach in der Länge leicht anpassbar (durch Eindrehen), leise im Schuss und optisch passend zu traditionellen Bögen

Fliegender Anker

Hauptsächlich von reitenden Bogenschützen wird die Technik des fliegenden Anker genutzt. Bei diesem wird der Ankerpunkt nicht fix eingerichtet, sondern eher gespürt, indem die Sehne vor dem Kontakt mit dem Anker im Gesicht losgelassen wird. Diese Technik erfordert viel Übung da der Anker hier auf anhieb stimmen muss. Der Schütze nimmt sich keine Zeit für Kontrolle und Korrektur. Diese Technik ist daher nur für erfahrene Bogenschützen zu empfehlen.

Flu-Flu

Flu-Flu-Federn sind spezielle, stark vergrößerte oder spiralförmig gewickelte Federn am Pfeil, die für extrem hohen Luftwiderstand sorgen. Dadurch wird der Pfeil nach kurzer Flugstrecke stark abgebremst und verliert schnell an Geschwindigkeit. Sie werden hauptsächlich für historisches oder jagdnahes Training, Schießen in die Luft (z. B. „Clout“ oder Flugübungen), Schuss auf bewegte Ziele (auch Jagd auf Kleintiere) oder in Situationen, in denen der Pfeil nicht weit fliegen soll, verwendet.

FoC

Abkürzung für „Front of Center

FPS

Feet per Second. Geschwindigkeitsangabe des Pfeiles nach Verlassen des Bogens. Wert in FPS +10% entspricht in etwa km/h. 100FPS ~ 110km/h

Front of Center (FoC)

Der Front of Center (FOC) beschreibt, wie weit der Schwerpunkt eines Pfeils vor der geometrischen Mitte liegt. Er wird in Prozent angegeben und zeigt, wie stark das Gewicht in Richtung Spitze verlagert ist. Der FOC spielt eine wichtige Rolle im Pfeiltuning und wirkt sich stark auf die Stabilisierungseigenschaften des Systems aus. Höherer FOC → stabilerer Flug, bessere Durchdringung; Niedrigerer FOC → oft schnellere, flachere Flugbahn; Beeinflusst Flugverhalten und Abstimmung (Tuning). Der FOC wird durch Spitzengewicht, Insertgewicht und Schaftwahl beeinflusst.

FU

Freestyle Unlimited. Eine der Bogenklassen in der IFAA. Diese Klasse erlaubt das Schießen mit dem Recurvebogen (FU-R) oder dem Compoundbogen (FU-C). Der Deutsche Feldbogenverband adaptiert diese Klassen weitestgehend. Somit gelten diese für Wettkämpfe und Turniere die nach DFBV/IFAA ausgerichtet werden.

Gapshooting

Gap Shooting ist eine Zieltechnik im traditionellen und Blankbogen-Schießen, bei der der Schütze bewusst einen Abstand („Gap“) zwischen Pfeilspitze und Ziel nutzt. Statt direkt auf die Mitte zu halten, wird die Pfeilspitze je nach Entfernung über oder unter dem Ziel positioniert. Dieser Abstand wird durch Erfahrung gelernt und konstant wiederholt. Ziel ist das präzise Schießen ohne Visier.

Goldfieber

Goldfieber bezeichnet das Phänomen, wenn ein Schütze nervös oder verkrampft wird, sobald er besonders nah am Zentrum („Gold“) der Zielscheibe liegt. Typisch ist, dass man es jetzt perfekt machen will. Dadurch wird die Bewegung hektisch, der Schuss wird gehalten, verzögert oder gerissen und der Pfeil verliert an Genauigkeit (landet nicht mehr im Gold). Goldfieber ist also weniger ein technisches, sondern eher ein mentales Problem – oft ausgelöst durch Erwartungsdruck oder zu starkes Fokussieren auf das Ergebnis.