Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Fachbegriffe aus dem Bogensport
Sehnenwicklung
Die Sehnenwicklung ist eine Umwicklung aus speziellem Garn, die bestimmte Bereiche der Bogensehne schützt und stabilisiert.
Arten der Sehnenwicklung:
- Mittenwicklung (Center Serving) → Bereich für Nocke und Finger/Release
- Endwicklung → Schutz der Schlaufen (Sehnenöhrchen)
- Nockpunktwicklung → Fixierung des Nockpunkts
Funktionen:
- Erhöhte Haltbarkeit
- Schutz vor Abrieb
- Stabilisierung der Sehne
- Definierte Nockenpassung
Selfbogen
Ein Selfbogen ist ein Bogen, der aus einem einzigen Stück Holz gefertigt wird – ohne Laminierungen, Glasbelege oder moderne Verbundmaterialien. Er zählt zu den ursprünglichsten Bogenformen.
Merkmale:
- Einteilig aus einem Holzstück
- Keine Glas- oder Carbonverstärkung
- Oft handwerklich individuell gefertigt
- Meist flacher oder D-förmiger Querschnitt
Bekannte Formen sind z. B. historische Langbögen oder einfache Flachbögen.
Charakter:
- Mehr handwerkliche Individualität als industrielle Präzision
- Sehr natürliches Schussgefühl
- Stark abhängig von Holzart und Verarbeitung
Senioren
Alterseinteilung des DSB für Bogen Wettkämpfe. Schützen der Klasse Senioren sind 66+ Jahre alt.
Sight
Ein Sight ist das englische Wort für Visier – also die Zielhilfe am Bogen. Es wird vor allem bei Recurve– und Compoundbögen verwendet, um präzise auf unterschiedliche Entfernungen zu zielen.
Bestandteile:
- Visierstange (Ausleger)
- Höhenverstellung
- Seitenverstellung
- Zielpunkt / Scope
Das Sight wird je nach Distanz nach oben oder unten verstellt, um die parabolische Flugbahn des Pfeils auszugleichen.
Spin Vanes
Spin Vanes sind besonders leichte, dünne Kunststoff-Vanes, die dem Pfeil im Flug eine starke Rotation verleihen. Sie sind meist leicht gebogen oder flexibel geformt, sodass der Pfeil schnell in eine stabile Drehbewegung kommt.
Eigenschaften:
- Sehr leicht
- Hohe Rotationswirkung
- Schnelle Stabilisierung
- Häufig im Recurve- und Wettkampfbereich
Durch ihr geringes Gewicht beeinflussen sie das Pfeilgewicht nur minimal und eignen sich gut für sportliches Scheibenschießen.
Spine
Der Spine beschreibt die Biegesteifigkeit eines Pfeilschafts – also wie stark sich ein Pfeil unter Belastung durchbiegt. Er ist ein entscheidender Wert für die richtige Pfeilabstimmung.
Arten von Spine:
Statischer Spine
- Wird unter standardisierter Belastung gemessen
- Angegeben als Durchbiegung in Zoll (z. B. 500, 400, 340)
- Je kleiner die Zahl, desto steifer der Schaft
Dynamischer Spine
- Tatsächliches Biegeverhalten beim Abschuss
- Abhängig von Zuggewicht, Auszug, Spitzengewicht und Technik
Warum ist Spine wichtig?
- Grundlage für sauberes Tuning
- Falscher Spine → seitliche Abweichungen
- Beeinflusst Pfeilflug und Gruppierung
Spinewert
Spinewerte geben an, wie steif oder weich ein Pfeilschaft ist. Sie sind entscheidend für die richtige Abstimmung zwischen Pfeil und Bogen.
Statischer Spine:
Der statische Spine wird standardisiert gemessen (Belastung in der Mitte des Schafts). Die Durchbiegung wird in Tausendstel Zoll angegeben. Beispiele:
- 500 Spine → weicher
- 400 Spine → steifer
- 340 Spine → noch steifer
👉 Je kleiner die Zahl, desto steifer der Pfeil.
Dynamischer Spine:
Das tatsächliche Biegeverhalten beim Schuss.
Beeinflusst durch:
- Technik
- Zuggewicht
- Auszugslänge
- Spitzengewicht
- Sehne
Spline
Die Spline bezeichnet die steifste Stelle eines Pfeilschafts.
Kein Schaft ist rundum exakt gleich steif – durch die Fertigung entsteht eine minimale „Hauptsteifigkeitsrichtung“. Diese wird als Spline bezeichnet.
Bedeutung:
- Beeinflusst das Biegeverhalten beim Abschuss
- Kann die Konstanz im Trefferbild beeinflussen
- Wird im hochwertigen Pfeilbau berücksichtigt
Anwendung:
Manche Schützen richten alle Pfeile so aus, dass die Spline in derselben Position (z. B. zur Leitfeder) steht, um maximale Gleichmäßigkeit zu erreichen.
Stabilisator
Ein Stabilisator ist ein Anbauteil am Bogen – meist am Mittelteil – das die Balance und Ruhe im Ziel verbessert. Er besteht aus einer Stange (oder mehreren) mit Gewichten am Ende.
Funktionen:
- Reduziert Vibrationen
- Verbessert die Balance
- Beruhigt das Zielbild
- Unterstützt sauberes Nachhalten
Varianten:
- Langer Frontstabilisator
- Seitenstabilisatoren (V-Bar-System)
- Kurzstabilisatoren
Vor allem im Recurve– und Compound-Wettkampfbereich sind Stabilisatoren Standard.
Stand
Der Stand beschreibt die Fußstellung und Körperausrichtung des Schützen zur Schusslinie. Er ist die Basis für Stabilität, Balance und Wiederholbarkeit im Schussablauf.
Typische Standformen:
- Parallelstand → Füße parallel zur Schusslinie
- Offener Stand → Vorderer Fuß leicht nach hinten versetzt
- Geschlossener Stand → Vorderer Fuß leicht nach vorne versetzt
Bedeutung:
- Grundlage für konstante Schüsse
- Beeinflusst Körperhaltung und Schulterlinie
- Unterstützt das Kraftdreieck
Standhöhe
Die Standhöhe ist der Abstand zwischen der Sehne und dem tiefsten Punkt des Griffstücks (Pivotpunkt), wenn der Bogen gespannt ist. Sie wird meist in Zoll angegeben.
Bedeutung:
- Beeinflusst Schussverhalten und Lautstärke
- Wirkt sich auf Handschock aus
- Teil des Tunings
Zu niedrige Standhöhe:
- Lauterer Schuss
- Mehr Vibration
- Unruhiger Pfeilflug
Zu hohe Standhöhe:
- Etwas weniger Geschwindigkeit
- Ruhigeres Schussgefühl
Die Standhöhe wird durch Ein- oder Ausdrehen der Sehne eingestellt.
Strang
Ein Strang ist ein einzelner Faden bzw. eine einzelne Faserlinie innerhalb einer Bogensehne. Mehrere Stränge werden gebündelt und bilden gemeinsam die komplette Sehne.
Bedeutung:
- Anzahl der Stränge beeinflusst die Sehnenstärke
- Bestimmt die Stabilität und Belastbarkeit
- Wirkt sich auf Nockenpassung und Geschwindigkeit aus
Mehr Stränge → stabiler, aber minimal schwerer
Weniger Stränge → leichter, aber stärker belastet
Streifschutz
Siehe auch Brustschutz. Ein Streifschutz ist ein enganliegendes Kleidungsstück, das beim Bogenschießen getragen wird, um zu verhindern, dass die Sehne Kleidung oder Körper berührt. Er verhindert, dass die Sehne an weiterer Kleidung hängen bleibt, sorgt für einen sauberen, ungestörten Schussablauf und schützt vor schmerzhaften Sehnenkontakten.
Stringwalking
Stringwalking ist eine Zieltechnik im Blankbogen– und traditionellen Bogenschießen. Dabei wird die Fingerposition auf der Sehne je nach Entfernung verändert, um die Trefferlage anzupassen.
Wie funktioniert das?
- Je näher das Ziel, desto weiter „wandern“ die Finger unterhalb des Pfeils nach unten.
- Dadurch verändert sich der Abgangswinkel des Pfeils.
- So kann man ohne Visier verschiedene Distanzen präzise treffen.
Besonderheiten:
- Nur mit Untergriff üblich
- Häufig im Blankbogen-Wettkampf genutzt
- Erfordert gute Abstimmung von Nockpunkt und Tiller
Tab
Ein Tab – auch Fingerleder genannt – ist ein Fingerschutz, der beim Schießen mit den Fingern verwendet wird. Er besteht meist aus mehreren Lagen Leder (oder Leder mit Kunststoffeinlage) und liegt zwischen Sehne und Zugfingern.
Funktionen:
- Schutz der Finger vor Druck und Reibung
- Sauberer, gleichmäßiger Ablass
- Konstantes Schussgefühl
Varianten:
- Einfaches Tab (traditionell)
- Wettkampf-Tab mit Ankerplatte und Fingertrenner
Vor allem im Recurve-Wettkampfbereich ist das Tab Standard.