Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Fachbegriffe aus dem Bogensport
Disziplinen
Im Bogensport gibt es verschiedene Disziplinen, die sich durch Zielart, Gelände, Entfernungen und Regelwerk unterscheiden.
🎯 Target (Scheibenschießen)
- Geschossen wird auf standardisierte Zielscheiben
- Feste Entfernungen
- Typisch für Olympia (Recurve)
- Halle (18 m) oder im Freien (bis 70 m)
🌲 Feldbogen
- Parcours im Gelände
- Unterschiedliche Entfernungen
- Zielscheiben mit mehreren Auflagen
- Kombination aus Technik und Entfernungsschätzung
🦌 3D-Bogenschießen
- Geschossen wird auf Tierattrappen
- Parcours im Wald oder Gelände
- Entfernung meist unbekannt
- Sehr beliebt im Freizeit- und Wettkampfbereich
🏹 Bowhunter
Fokus auf jagdnahe Situationen (ohne echte Jagd)
Ähnlich 3D, oft mit speziellen Regelwerken
DK Bow-Factory
Die DK Bowfactory ist ein deutscher Bogenhersteller, der sich vor allem auf traditionelle Bögen spezialisiert hat. Was zeichnet DK Bowfactory aus?
- Handgefertigte Bögen
- Fokus auf traditionelle Recurvebögen und Langbögen
- Kombination aus modernen Materialien und klassischer Optik
- Individuelle Designs und hochwertige Verarbeitung
Die Bögen sind besonders im 3D- und traditionellen Bereich beliebt und richten sich an Schützen, die Wert auf Handwerk und Charakter legen.
Dominantes Auge
Das dominante Auge ist das Auge, das dein Gehirn bevorzugt zur Zielerfassung nutzt. Es übernimmt beim Zielen die Führung und bestimmt, wie du ein Objekt räumlich wahrnimmst. Warum ist das wichtig? Im Bogensport beeinflusst das dominante Auge:
- die Wahl der Schießseite (Rechts- oder Linksbogen)
- die Zieltechnik
- die Trefferlage
Beispiel:
Rechtshänder mit linkem dominantem Auge = mögliche „Kreuzdominanz“ → hier muss entschieden werden, ob man die Schießseite anpasst oder mit Technik/Abdeckung arbeitet.
Drehpunkt
Der Drehpunkt ist der Punkt im Griffbereich des Bogens, um den sich der Bogen beim Auszug und besonders beim Lösen minimal „dreht“ oder kippt. Er liegt meist im Bereich des Druckpunkts der Bogenhand, also dort, wo die Hand den Bogen im Griffstück belastet. Warum ist der Drehpunkt wichtig?
- Er beeinflusst die Stabilität des Bogens
- Er wirkt sich auf das Schussverhalten aus
- Er ist relevant für Tuning (z. B. Center Shot, Stabilisator-Setup)
- Ein sauberer Druckpunkt sorgt für reproduzierbare Treffer
Nach dem Schuss kippt der Bogen idealerweise kontrolliert nach vorne – besonders sichtbar bei Recurve-Schützen mit Bogenschlaufe.
Druckpunkt
Der Druckpunkt ist die Stelle im Griff des Bogens, an der die Bogenhand den meisten Druck ausübt. Idealerweise liegt dieser Punkt im Daumenballen (unterhalb des Daumens). Von dort wird die Kraft sauber und reproduzierbar in den Bogen übertragen. Warum ist der Druckpunkt wichtig?
- Beeinflusst die Schussrichtung
- Verhindert seitliches Verdrehen des Bogens
- Sorgt für gleichmäßige Kraftübertragung
- Wichtig für saubere Wiederholbarkeit
Ein falscher Druckpunkt (z. B. zu viel Druck in den Fingern oder seitlich im Griff) kann zu Streuung und seitlichen Treffern führen.
DSB
Der DSB ist der größte deutsche Dachverband für Sportschützen – und betreut auch den olympischen Bogensport. Was macht der DSB im Bogensport?
- Organisation von Meisterschaften (Halle & Freiluft)
- Durchführung der Bundesliga Bogen
- Betreuung der Nationalmannschaft
- Anbindung an World Archery (WA)
Schwerpunkt:
- Olympischer Recurve
- Compound
- Blankbogen
- Liga- und Wettkampfsport
Der DSB ist der Verband, über den deutsche Schützen an offiziellen WA- und Olympischen Wettbewerben teilnehmen.
Dyneema
Dyneema ist ein Markenname für eine extrem starke und gleichzeitig sehr leichte Kunstfaser aus sogenanntem UHMWPE (ultrahochmolekulares Polyethylen). Sie wurde ursprünglich vom niederländischen Unternehmen DSM entwickelt und gilt – bezogen auf ihr Gewicht – als stärker als Stahl. Dyneema zeichnet sich durch sehr hohe Zugfestigkeit, sehr geringe Dehnung, geringes Gewicht, hohe Abriebfestigkeit, und Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit aus und wird im Sehnenbau verwendet.
ELB
ELB steht für English Longbow, also den klassischen englischen Langbogen. Merkmale:
- D-förmiger Querschnitt
- Meist aus Holz gefertigt (traditionell Eibe)
- Keine Pfeilauflage (geschossen wird „über den Handrücken“)
- Lange Bauform, oft in Schützenlänge
Der ELB ist historisch eng mit dem mittelalterlichen englischen Kriegsbogen verbunden und wird heute vor allem im traditionellen und historischen Bogensport geschossen.
Endlossehne
Eine Endlossehne ist eine Bogensehne, bei der die einzelnen Fäden mehrfach „endlos“ um zwei Fixpunkte gelegt und anschließend an den Schlaufen (Öhrchen) sowie in der Mitte gewickelt werden. Im Gegensatz zur flämisch gespleißten Sehne werden die Schlaufen nicht geflochten, sondern durch Wicklungen fixiert. Merkmale:
- Sehr gleichmäßige Fadenlängen
- Oft etwas schneller als gespleißte Sehnen
- Häufig im Recurve- und Wettkampfbereich verwendet
- Saubere, technische Optik
Vorteil:
Ideal für moderne Materialien (z. B. Dyneema), hohe Präzision, gute Reproduzierbarkeit
Endwicklung
Die Endwicklung ist die Wicklung im Bereich der Sehnenschlaufen (Öhrchen) einer Bogensehne. Sie schützt die Sehnenfasern vor Abrieb und Druckbelastung an den Kontaktstellen mit den Wurfarmspitzen.
Funktionen:
- Schutz der Sehnenfasern
- Stabilisierung der Schlaufe
- Verlängert die Lebensdauer der Sehne
Die Endwicklung besteht aus speziellem, abriebfestem Wickelgarn und wird straff um die Sehne gelegt.
Facewalking
Facewalking ist eine Zieltechnik im Blankbogen-Schießen, bei der der Schütze den Ankerpunkt im Gesicht je nach Entfernung leicht verändert. Statt die Fingerposition auf der Sehne zu verschieben (wie beim Stringwalking), bleibt die Fingerposition gleich – aber der Kontaktpunkt im Gesicht wandert z. B. höher oder tiefer. Ziel:
- Anpassung der Treffpunktlage auf verschiedene Distanzen
- Kontrolle der Pfeilflugbahn ohne Visier
Unterschied zu Stringwalking:
- Facewalking: Ankerpunkt verändert sich
- Stringwalking: Fingerposition auf der Sehne verändert sich
Facewalking wird seltener genutzt als Stringwalking, ist aber regelkonform im Blankbogenbereich (je nach Verband).
Fastflight
FastFlight ist ein modernes Hochleistungs-Sehnenmaterial, das sich durch geringe Dehnung und hohe Stabilität auszeichnet. Im Vergleich zu Dacron überträgt FastFlight die Energie direkter auf den Pfeil – dadurch entsteht meist eine höhere Pfeilgeschwindigkeit.
Eigenschaften:
- Sehr geringe Dehnung
- Hohe Belastbarkeit
- Schnelleres Schussverhalten
Wichtig:
Nicht jeder traditionelle oder ältere Holzbogen ist für FastFlight geeignet, da das Material die Wurfarme stärker belastet.
Feder
Die Feder ist Teil der Befiederung eines Pfeils. Sie sitzt im hinteren Bereich des Schafts und sorgt für die Stabilisierung im Flug. Durch den Luftwiderstand richtet sie den Pfeil nach dem Abschuss aus und korrigiert leichte Flugabweichungen. Arten:
- Naturfedern (meist Truthahn)
- Kunststoffvanes (Plastikbefiederung)
Unterschiede:
- Naturfedern sind weicher und ideal für das Schießen „über den Handrücken“ (z. B. Langbogen).
- Kunststoffvanes sind robuster und häufig im Recurve- und Compoundbereich zu finden.
Meist werden drei Federn verwendet, eine davon ist die Leitfeder (Cock Feather), die vom Bogen weg zeigt.
Federwicklung
Die Federwicklung ist eine zusätzliche Wicklung aus Garn, die am Anfang und/oder Ende der Feder am Pfeilschaft angebracht wird. Sie dient dazu, die Feder zusätzlich zu sichern und vor Ablösung oder Beschädigung zu schützen – besonders bei Naturfedern. Funktionen:
- Erhöht die Haltbarkeit der Befiederung
- Schützt die Federkanten
- Verhindert das Ablösen bei Nässe oder Belastung
- Optisches Gestaltungselement
Die Wicklung wird meist mit speziellem Garn ausgeführt und häufig zusätzlich mit Lack oder Kleber fixiert.