Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Fachbegriffe aus dem Bogensport
Instinktives Bogenschießen
Instinktives Bogenschießen beschreibt eine Schießweise. Dabei wird ohne Visier oder technische Zielhilfen geschossen – der Schütze zielt intuitiv, also „aus dem Gefühl heraus“. Kurz gesagt:
Instinktives Bogenschießen bedeutet, ohne technische Zielhilfe zu schießen – das Ziel wird intuitiv erfasst. 🔥
Jagdspitze
Eine Jagdspitze – auch Broadhead genannt – ist eine spezielle Pfeilspitze mit scharfen Schneidklingen, die für die Bogenjagd entwickelt wurde.
Merkmale:
- Mehrere scharfe Klingen
- Deutlich größerer Schneiddurchmesser als Feldspitzen
- Meist austauschbare oder klappbare Klingen
Typen:
- Feste Klingen (Fixed Blade)
- Mechanische Jagdspitzen (Klingen klappen beim Aufprall aus)
Wichtiger Hinweis:
Jagdspitzen sind nicht für Scheibentraining geeignet, da sie Ziele stark beschädigen können.
Jugend
Alterseinteilung des DSB für Bogen Wettkämpfe. Schützen der Klasse Jugend sind von 15-17 Jahre alt.
Junioren
Alterseinteilung des DSB für Bogen Wettkämpfe. Schützen der Klasse Junioren sind von 18-20 Jahre alt.
Kill
Mit „Kill“ ist im 3D-Bogensport die zentrale Wertungszone einer Tierattrappe gemeint. Diese Zone stellt den vitalen Bereich (Herz/Lunge) des dargestellten Tieres dar und bringt die höchste Punktzahl.
Typische Wertungszonen:
- Kill-Zone (meist höchste Wertung)
- Vital- oder Innenring
- Körperzone
Je nach Verband (z. B. International Field Archery Association oder Archery Shooters Association) können Größe und Wertung leicht variieren.
Klicker
Ein Klicker ist eine dünne Metall- oder Carbonzunge am Recurvebogen, die über dem Pfeil liegt. Er dient als Auszugskontrolle. Sobald der Schütze die exakt eingestellte Auszugslänge erreicht, rutscht der Pfeil unter dem Klicker hervor – es entsteht ein hörbares „Klick“. Dieses Signal zeigt den vollständigen Auszug und sagt dem Schützen an, den Pfeil zu lösen. Er dient der Erhöhung der Präzision, unterstützt eine konstante Auszugslänge und hilft bei einer besseren Wiederholbarkeit.
Köcher
Ein Köcher ist eine Halterung zur Aufbewahrung von Pfeilen während des Trainings oder Wettkampfs. Er ermöglicht den schnellen Zugriff auf Pfeile und den sicheren Transport am Körper.
Varianten:
Bogenköcher (direkt am Bogen befestigt)
Seitenköcher (an Gürtel getragen)
Rückenköcher
Kraftdreieck
Das Kraftdreieck beschreibt das Zusammenspiel der Kräfte zwischen Bogenhand, Zughand und Rücken im Vollauszug. Im Idealfall bilden der Bogenarm, der Zugarm und die Verbindung über Schultern und Rücken ein stabiles „Dreieck“.
Bedeutung:
- Gleichmäßige Kraftverteilung
- Nutzung der Rückenmuskulatur
- Stabiler Anker
- Sauberer, kontrollierter Ablass
Wenn das Kraftdreieck stimmt, wird die Haltearbeit nicht nur über den Arm, sondern über den gesamten Schulter- und Rückenbereich getragen.
Kreuzdominanz
Kreuzdominanz bedeutet, dass deine Handdominanz (z. B. Rechtshänder) nicht mit deinem dominanten Auge übereinstimmt (z. B. linkes Auge dominant). Beispiel: Rechtshänder + linkes dominantes Auge = Kreuzdominanz.
Bedeutung im Bogensport:
- Beeinflusst die Wahl der Schießseite (Rechts- oder Linksbogen)
- Kann die Zielgenauigkeit beeinflussen
- Führt bei Nichtbeachtung oft zu seitlichen Treffern
Mögliche Lösungen:
Bewusstes Techniktraining, Schießseite an das dominante Auge anpassen, Dominantes Auge abdecken (z. B. mit Blende)
Langbogen
Der Langbogen ist eine der ältesten und ursprünglichsten Bogenformen. Er ist meist lang, schlank und nahezu gerade (im entspannten Zustand ohne starke Recurve-Form).
Typische Merkmale:
- Einfache, klare Bauform
- Meist aus Holz oder Holzlaminaten gefertigt
- Keine technischen Hilfsmittel (kein Visier, kein Klicker)
- Geschossen wird oft „über den Handrücken“
Der Langbogen hat einen gleichmäßigen, linearen Kraftaufbau und wird vor allem im traditionellen Bereich geschossen.
Historisch bekannt wurde er durch den englischen Langbogen (ELB).
LBS
lbs ist die Abkürzung für Pfund (pounds) und die gebräuchliche Einheit zur Angabe des Zuggewichts eines Bogens. Das Zuggewicht in lbs gibt an, welche Kraft benötigt wird, um den Bogen auf eine bestimmte Länge auszuziehen (meist angegeben bei 28 Zoll). Beispiel: Ein Bogen mit 40 lbs bedeutet, dass bei 28 Zoll Auszug etwa 40 Pfund Zugkraft anliegen.
Umrechnung:
- 1 lb ≈ 0,45 kg
- 40 lbs ≈ 18 kg Zugkraft
Wichtig:
Ziehst du weiter oder kürzer als 28 Zoll, verändert sich das tatsächliche Zuggewicht auf den Fingern.
Leerschuss
Ein Leerschuss ist das Abschießen eines Bogens ohne eingelegten Pfeil. Dabei wird die beim Ausziehen gespeicherte Energie nicht auf einen Pfeil übertragen, sondern bleibt fast vollständig im Bogen selbst – was zu extremen Belastungen führt.
Folgen eines Leerschusses:
- Beschädigung oder Bruch der Wurfarme
- Riss der Sehne
- Schäden an Cams (Compound)
- Verletzungsgefahr
Ein Leerschuss kann einen Bogen sofort und irreparabel zerstören.
Leitfeder
Die Leitfeder ist eine der Federn am Pfeil – meist farblich abgesetzt – und zeigt beim Einlegen des Pfeils vom Bogen weg. Sie sorgt dafür, dass der Pfeil korrekt eingenockt wird, keine Feder am Bogenfenster oder an der Pfeilauflage streift und der Pfeil sauber und stabil fliegt. Bei klassischen Drei-Feder-Systemen ist eine Feder die Leitfeder, die anderen beiden heißen Nebenfedern.
Let-Off
Let-Off bezeichnet die Kraftreduzierung im Vollauszug eines Compoundbogens. Beim Ausziehen steigt das Zuggewicht zunächst an. Kurz vor dem Vollauszug übernehmen die Cams (Rollensysteme) die Kraftumlenkung – dadurch sinkt das Haltegewicht deutlich.
Beispiel:
Bogen mit 60 lbs Zuggewicht
80 % Let-Off
→ Im Vollauszug hältst du nur noch ca. 12 lbs.