Für Einsteiger und Fortgeschrittene

Fachbegriffe aus dem Bogensport

Nockpunktzange

Die Nockpunktzange ist ein Spezialwerkzeug zum Montieren und Entfernen von Nockpunkt-Begrenzern aus Messing auf der Bogensehne. Sie wird verwendet für das Aufpressen von Messing-Nockpunkten, das schonende Entfernen ohne Beschädigung der Sehne und präzise Arbeiten während des Bogen-Tuning. Die Zange besitzt meist eine Pressfläche zum Fixieren und eine Öffnung zum Abziehen der Klemme.

Wichtig:

Beim Arbeiten sollte vorsichtig vorgegangen werden, um die Mittenwicklung nicht zu beschädigen.

Nullbogen

Trainingsgerät zum Selberbauen. Grundlegende Bauteile wie „Wurfarme“, Griff, Sehne werden so verbaut, dass man damit „Leerschüsse“ zu Trainingszwecken absolvieren kann. Folgendes PDF vom DSB beschreibt Material und Vorgehen für den Bau eines Nullbogens.

Nullpunkt

Der Nullpunkt bezeichnet im Bogensport die Grund- oder Referenzeinstellung – meist am Visier. Er ist die Distanz, auf die das Visier so eingestellt ist, dass der Pfeil ohne weitere Korrektur genau ins Ziel trifft. Von diesem Referenzwert aus werden dann die weiteren Entfernungen nach oben oder unten am Visier eingestellt. Der Nullpunkt (point-on) Bezeichnet auch die weitest mögliche Entfernung bei der ein Blankbogen Schütze mittels Stringwalking noch den mit der Pfeilspitze anvisierten Punkt trifft.

Bedeutung:

  • Wichtig für Turniervorbereitung
  • Ausgangsbasis für alle Distanzeinstellungen
  • Erleichtert reproduzierbares Einstellen

Offener Stand

Der offene Stand beschreibt die Fußstellung beim Bogenschießen, bei der der vordere Fuß (zur Zielseite hin) leicht nach hinten versetzt ist. Das bedeutet, dass die Fußlinie ist nicht exakt parallel zur Schusslinie, sondern leicht geöffnet.

Merkmale:

  • Vorderer Fuß steht etwas weiter hinten
  • Oberkörper dreht sich etwas stärker zum Ziel
  • Stabilere Schulterausrichtung möglich

Vorteile:

  • Häufig im Wettkampfbereich genutzt
  • Bessere Nutzung der Rückenspannung
  • Stabileres Kraftdreieck

Papiertest

Der Papiertest ist eine Methode zur Überprüfung des Pfeilflugs und zur Feinabstimmung des Bogen-Setups. Dabei schießt der Schütze aus kurzer Distanz (ca. 2–5 Meter) durch einen gespannten Papierrahmen.
Das entstehende Loch im Papier zeigt, wie der Pfeil das Ziel durchdringt.

Was erkennt man?

  • Sauberes, rundes Loch → Setup stimmt
  • Horizontaler RissSpine oder Center Shot prüfen
  • Vertikaler RissNockpunkt (Überhöhung) kontrollieren

Der Test hilft vor allem bei:

  • Kontrolle von Nockpunkt und Pfeilauflage
  • Bogen/Pfeil-Tuning
  • Pfeilabstimmung

Parabel

Die Parabel beschreibt die bogenförmige Flugbahn eines Pfeils. Da der Pfeil nach dem Abschuss der Schwerkraft unterliegt, fliegt er nicht geradeaus, sondern steigt zunächst leicht an und fällt dann in einer gekrümmten Linie wieder ab – diese Kurve nennt man Parabel. Mehr Geschwindigkeit des Pfeils bringt eine Flugparabel die länger „gerade/wenig gekrümmt“ verläuft, was das Zielen einfacher macht.

Bedeutung im Bogensport:

  • Bestimmt die Haltepunkte bei unterschiedlichen Entfernungen
  • Wichtig hauptsächlich Outdoor schießen aufgrund der höheren Entfernungen
  • Je größer die Entfernung, desto stärker wirkt sich die parabolische Flugbahn aus.

Paradoxon

Siehe „Archers Paradox

Passe

Eine Passe bezeichnet eine festgelegte Anzahl von Pfeilen, die nacheinander geschossen und gemeinsam gewertet werden.

Beispiele:

  • Halle (WA): meist 3 Pfeile pro Passe
  • Freiluft: häufig 6 Pfeile pro Passe
  • 3D/Feld: je nach Regelwerk 1–3 Pfeile

Nach jeder Passe gehen die Schützen gemeinsam zur Scheibe und schreiben die Treffer auf.

Bedeutung:

  • Rhythmus im Schießablauf
  • Strukturierung des Wettkampfs
  • Vergleichbare Wertungseinheiten

Peepsight

Ein Peepsight ist eine kleine Öffnung (Lochvisier), die in die Sehne eines Compoundbogens eingesetzt wird. Beim Auszug schaut der Schütze durch das Peepsight und richtet es mit dem vorderen Visier (Scope) aus. So entsteht eine definierte Visierlinie – ähnlich wie bei einer Lochkimme.

Funktionen:

  • Konstante Kopfposition
  • Präzise Visierausrichtung
  • Höhere Wiederholbarkeit

Das Peepsight wird meist in die Sehne eingedreht und auf die persönliche Anker- und Kopfposition abgestimmt.

Pfeilanlage

Siehe „Button„.

Pfeilauflage

Je nach Bogen Typ kann die Pfeilauflage unterschiedliches bedeuten. Beim Primitivbogen kann es der Handrücken sein, beim Langbogen das „Bogenfenster“, beim Recurve Bogen das Bogenfenster oder eine zusätzlich aufgeklebte oder -geschraubte Auflage zum Verstellen.

Pfeilziehhilfe

Eine Pfeilziehhilfe ist ein gummiertes Hilfsmittel, das beim Herausziehen von Pfeilen aus der Zielscheibe unterstützt.

Zweck:

  • Besserer Halt am Pfeilschaft
  • Weniger Kraftaufwand
  • Schutz der Hände
  • Schonenderes Ziehen bei festen Scheiben

Sie wird einfach um den Schaft gelegt oder mit der Hand umfasst, wodurch mehr Grip entsteht – besonders hilfreich bei tief steckenden oder nassen Pfeilen.

Pfund

Englisches Gewichtsmaß das im Bogensport Standards ist. Ein Pfund entspricht ca. 450 Gramm.

Pinnocke

Eine Pin-Nocke ist eine spezielle Stecknocke, die auf einen kleinen Metall-Pin am Ende des Pfeilschafts aufgesetzt wird. Der Pin wird zuvor in das Schaftende eingesetzt und dient als Adapter für die Nocke.

Vorteile:

  • Schutz des Schaftendes bei Treffern von hinten („Robin Hood“)
  • Leichter Austausch beschädigter Nocken
  • Präzise Zentrierung

Pin-Nocken werden vor allem im Wettkampfbereich (Recurve & Compound) verwendet.

Pivotpunkt

Der Pivotpunkt ist der gedachte Drehpunkt im Griffbereich des Bogens, um den sich der Bogen beim Auszug und besonders beim Schuss minimal bewegt. Er liegt im Bereich (oberhalb) des Druckpunkts der Bogenhand – also dort, wo die Kraft in das Griffstück eingeleitet wird.

Bedeutung:

  • Referenzpunkt für Tuning (z. B. Center Shot)
  • Einfluss auf Balance und Stabilität
  • Entscheidend für reproduzierbare Handposition

Viele Hersteller geben Maße wie die AMO-Länge eines Bogens bezogen auf den Pivotpunkt an.