Für Einsteiger und Fortgeschrittene

Fachbegriffe aus dem Bogensport

0-Tiller

Tiller meint die Vorspannung der Wurfarme. Bei einem 0-Tiller ist der ober und der untere Wurfarm gleich getillert/vorgespannt. Das bedeutet, das beim Lösen vom oberen und unteren Wurfarm die Kraft gleichermaßen von oben und unten auf den Pfeil übertragen wird, sofern der Schütze exakt mittig greift.

1440 Runde

Mit der 1440-Runde ist eine klassische Freiluft-Wettkampfrunde im Scheibenschießen gemeint. Sie wurde früher als FITA-Runde bezeichnet und ist heute als WA 1440 Round bekannt (nach World Archery). Warum „1440“? Die Maximalpunktzahl beträgt 1440 Ringe. Geschossen werden 144 Pfeile auf vier unterschiedliche Distanzen. Ein typisches Beispiel für eine Recurve Herren 1440 Runde sind je 36 Pfeile pro Distanz mit den Distanzen 90/70/50/30 Meter. Für Damen und andere Klassen gelten abweichende Regeln.

2-Pfeilrunde

Eine 2-Pfeilrunde ist ein Wettkampfmodus, bei dem pro Ziel zwei Pfeile geschossen werden. Diese Runde kommt häufig im 3D- oder Feldbogenschießen vor (je nach Verband und Regelwerk).

Typischer Ablauf:

  • Zwei Pfeile pro Ziel
  • Oft unterschiedliche Wertungen (z. B. erster Pfeil höher gewertet als der zweite)
  • Beide Pfeile zählen zur Gesamtwertung

In manchen Regelwerken wird der erste Pfeil als „Haupttreffer“ stärker gewichtet, um präzises Schießen beim ersten Versuch zu fördern.

3-Unter

Griffweise des Schützen, bei der die Sehne mit drei Fingern unter dem Pfeil/der Nocke gegriffen wird. Der 3-Unter Griff ermöglicht das Stringwalking, bei dem die Position der drei Finger über die Sehne unterhalb der Nocke wandert.

3d Doppelhunter

Der 3D-Doppelhunter ist ein Wettkampfmodus im 3D-Bogenschießen, der häufig im Umfeld der International Field Archery Association (IFAA) geschossen wird. Doppelhunter bedeutet hierbei, dass auf 3d Ziele geschossen wird („3d„) und zwar auf unbekannte Entfernungen („Hunter„). Pro Ziel sind zwei Pfeile vorgesehen („Doppel„).

Typischer Ablauf:

  • 28 3D-Ziele
  • 2 Pfeile pro Ziel
  • Beide Pfeile werden gewertet
  • Meist unbekannte Distanzen

Der Modus kombiniert also das jagdnahe Schießen mit der Wertung von zwei Pfeilen pro Ziel – technisch anspruchsvoll und konzentrationsintensiv.

3d Schießen

3D-Schießen bedeutet, dass auf dreidimensionale Tierattrappen geschossen wird – meist in einem Parcours durch Wald oder Gelände. Typische Merkmale sind Naturparcours mit mehreren Stationen, unterschiedliche und oft unbekannte Entfernungen, Wertungszonen im „Kill-Bereich“ des Ziels und meist 1–3 Pfeile pro Ziel (je nach Regelwerk). Eine weitere Besonderheit ist, dass neben der Technik auch gute Entfernungsschätzung eine große Rolle spielt.

Alle ins Gold

Grußformel unter den Target-Schützen. Damit wünscht man dem Gegenüber Schüsse in die zentrale Region der Scheibenauflage, welche i.d.R. Gelb/Gold ist. Feldbogenscheiben und Tierauflagen können davon abweichen.

Alle ins Kill

Gruß unter den 3d-Bogenschützen. Damit wünscht man dem Gegenüber Treffer in die Kill-Zone des 3d Zieles.

Altersklassen

Turniere und Wettkampf Wertungen sind vom Alter der Schützen abhängig. Die beiden großen Weltverbände IFAA und WA definieren Altersklassen um Wettkampfleistungen fair vergleichen zu können. WA und IFAA haben ihre eigenen Definitionen der Altersklassen und Turniere können sich nach diesen Klassen orientieren, diese aber auch erweitern, sofern es sich nicht um offizielle WA / IFAA Meisterschaften handelt.

AMO

Abkürzung für die „Archery Merchants and Manufacturers Organization“. Die AMO ist ein US-basierter Verband welcher Längen- und Größen Standards im Bogenschießen festgelegt hat. Der heutige Name der AMO ist „ATA“. Die AMO hat unter anderem das Zuggewicht und dessen Messung sowie die korrekte Messung der Auszuglänge definiert.

Anker

Finale Position der Zughand im Gesicht des Schützen. Ein Anker sollte konstant, stabil und leicht wiederholbar sein um dem Schützen so einen konstanten Schuss mit konstantem Auszug und Bogenausrichtung zu ermöglichen. Nur ein immer wieder auf die gleiche Art abgegebener Schuss ermöglicht planbare Korrekturen am Ablauf. Verschiedene Anker sind möglich, wenn diese wiederholbar und vom Schützen als angenehm empfunden werden.

Ankerplatte

Anbauteil an einem Fingertab, welches dem Schützen hilft, die Zughand sauber und stabil im Gesicht zu ankern.

Archers Paradox

Das Archers Paradox beschreibt das scheinbare Paradox, dass ein Pfeil beim Abschuss zunächst um den Bogen herum „schwingt“, obwohl er scheinbar gerade auf das Ziel gerichtet ist. Beim Lösen der Sehne wird der Pfeil stark beschleunigt und beginnt sich seitlich zu biegen (zu schwingen). Diese Biegeschwingung sorgt dafür, dass der Pfeil am Bogenfenster vorbeikommt und sich anschließend stabilisiert. Entscheidend ist dabei der richtige Spine-Wert (Biegesteifigkeit) des Pfeils. Ist der Pfeil zu weich oder zu hart, fliegt er nicht sauber und die Trefferlage verändert sich.

Kurz gesagt:
Der Pfeil fliegt nicht einfach gerade los – er schlängelt sich um den Bogen herum und stabilisiert sich erst im Flug. Genau dieses Zusammenspiel nennt man Archers Paradox. 🔥

Armschutz

Gehört zur Schutzausrüstung des Bogenschützen, insbesondere für Anfänger ein Muss. Der Armschutz schützt den Ober- und Unterarm des Bogenarms vor Treffern durch die Sehne bei falschem Lösen.

ASA

Die ASA (Archery Shooters Association) ist ein US-amerikanischer Bogensportverband, der sich vor allem auf 3D-Bogenschießen spezialisiert hat. Sie wurde 1993 gegründet und ist besonders im Bereich Bowhunter- und 3D-Turniere sehr bekannt.